Wissen für Piloten & Anfänger – Alle Fachbegriffe von A bis Z
Verstehen, was in der Luft zählt: Das große Gleitschirm-Lexikon von Fly Tirol
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geführt von Team-Weltmeister
Sebastian Kahn
TOP FLIGHT SPOTS
Westendorf / Hohe Salve
und Kitzbüheler Alpen
zertifizierte
Alpine Flugschule Österreich
Von A-Schein bis Zwickmühle: Das große Gleitschirm-Lexikon von Fly Tirol
Du möchtest wissen, was sich hinter Begriffen wie Thermik, Soaring oder dem A-Schein verbirgt? Unser umfassendes Gleitschirm-Lexikon erklärt dir alle wichtigen Fachbegriffe rund um den Gleitschirmsport und unsere alpine Ausbildung in Westendorf. Perfekt, um dein theoretisches Wissen aufzufrischen und dich optimal auf deinen nächsten Flug vorzubereiten!
A – B – C
A-Leinen
Vorderste Leinenebene des Gleitschirms. Sie spielt beim Aufziehen eine zentrale Rolle. Je nach Schirmkonstruktion können die Leinenebenen unterschiedlich aufgebaut sein.
A-Schein (A-Lizenz)
A wie A-Schein (A-Lizenz): Der offizielle beschränkte Luftfahrerschein ist dein Ticket in die Freiheit. Mit dem A-Schein darfst du in Österreich, Deutschland und der Schweiz eigenständig und legal in zugelassenen Fluggebieten fliegen. Bei Fly Tirol erreichst du diesen Meilenstein im Rahmen unserer strukturierten Ausbildung (Grundkurs, Höhenflugkurs, Manöverkurs) sicher und praxisnah an unseren Top-Startplätzen in Westendorf.
Abgleiter
Flug ohne nutzbare Aufwinde. Die vorhandene Höhe wird überwiegend in Strecke umgesetzt.
Abwind
Nach unten gerichtete Luftbewegung. Abwind kann die Sinkgeschwindigkeit über Grund deutlich erhöhen und ist bei Gelände- und Talquerungen besonders relevant.
Aktives Fliegen
Vorausschauendes Stabilisieren des Gleitschirms durch angepasste Steuerimpulse und Gewichtsverlagerung. Ziel ist, Kappenbewegungen früh zu erkennen und angemessen zu begleiten.
Anstellwinkel
Winkel zwischen Profilsehne und relativer Anströmung. Er beeinflusst Auftrieb, Widerstand, Geschwindigkeit und Strömungszustand.
Aufwind
Aufsteigende Luft. Man unterscheidet unter anderem thermische und dynamische Aufwinde.
Ausflaren
Progressives Anbremsen kurz vor dem Aufsetzen, um Sink- und Vorwärtsgeschwindigkeit für die Landung zu reduzieren.
B-Leinen
Leinenebene hinter den A-Leinen.
B-Schein (B-Lizenz)
B wie B-Schein (B-Lizenz): Die logische Weiterentwicklung nach dem A-Schein. Der B-Schein berechtigt dich zu anspruchsvollen Überland- und Streckenflügen, dem Starten an Winden sowie dem Fliegen in größeren thermischen Bedingungen. Unsere Ausbildung vertieft dein Wissen in Meteorologie, Navigation und Flugtaktik perfekt.
Beschleuniger
Fußbetätigtes System, das die Tragegurtgeometrie verändert und die Fluggeschwindigkeit erhöht.
Bremsdruck
Kraft, die beim Betätigen der Steuerleinen spürbar ist. Veränderungen können Informationen über den Flugzustand liefern.
Bremsleinen
Steuerleinen zur Richtungs- und Geschwindigkeitskontrolle sowie zum Ausflaren.
C-Leinen
Hintere Leinenebene vieler Gleitschirme. Moderne Schirme können abweichende Leinenkonfigurationen besitzen.
Choralpe
C wie Choralpe: Einer unserer absoluten Lieblings- und Hauptstartplätze in den Kitzbüheler Alpen. Dank der perfekten Ausrichtung, der hervorragenden Infrastruktur durch die Alpenrosenbahn und über 1.000 Höhenmetern Differenz bietet die Choralpe ideale Bedingungen für Schulungs-, Thermik- und spektakuläre Tandemflüge.
Cloudbase / Wolkenbasis
Untergrenze einer Wolke. Für Thermik- und Streckenpiloten ist sie ein wichtiger Hinweis auf die nutzbare Arbeitshöhe.
Cross Country (XC)
Streckenfliegen mit dem Ziel, durch Thermik, Linienwahl, Wetterverständnis und taktische Entscheidungen größere Distanzen zurückzulegen.
D – E – F
Dynamischer Aufwind (Soaring)
D wie Dynamischer Aufwind (Soaring): Beim Soaring macht sich der Pilot den Wind zunutze, der an einem Berg, Hang oder einer Geländekante nach oben gedrückt wird. Flieger können so über längere Zeit auf gleicher Höhe am Hang entlanggleiten – ein faszinierendes und ruhiges Flugerlebnis.
Eigensinken
Sinkgeschwindigkeit des Gleitschirms relativ zur umgebenden Luftmasse.
Einhängen
Verbinden der Tragegurte mit dem Gurtzeug. Die korrekte Verbindung ist Bestandteil des Startchecks.
Einlandeplatz
E wie Einlandeplatz: Der offizielle, sichere Bereich, an dem die Gleitschirme nach dem Flug landen. Unsere Flugschüler schätzen in Westendorf besonders unseren großzügigen, ebenen Landeplatz, der entspannte und fehlerverzeihende Touchdowns garantiert.
Fahrtwind
Relative Luftströmung, die sich aus der Bewegung des Fluggeräts gegenüber der Luft ergibt.
Flugfenster
Zeitraum, in dem Wetter, Wind, Gelände, Können und weitere Bedingungen einen sinnvollen Flug zulassen.
Flugplanung
Systematische Vorbereitung unter Berücksichtigung von Wetter, Wind, Luftraum, Gelände, Start- und Landeplätzen, Alternativen und persönlichem Können.
Föhn
Gebirgsströmung, die mit starkem Wind, Turbulenz und markanten lokalen Effekten verbunden sein kann. Föhnlagen verlangen im Alpenraum besonders konservative Entscheidungen.
Funkbetreuung
F wie Funkbetreuung: Dein Sicherheitsnetz in der Luft! Während der gesamten Ausbildung bei Fly Tirol wirst du über moderne Funkgeräte von unseren staatlich geprüften Fluglehrern begleitet. Sie geben dir präzise Anweisungen für den Start, die Kurven und die Landung – für maximales Vertrauen und Sicherheit.
G – H – I
Gleitwinkel
Winkel der Flugbahn zur Horizontalen. Luftbewegungen können den Gleitwinkel über Grund stark verändern.
Gleitzahl
Verhältnis von horizontaler Strecke zu Höhenverlust in ruhender Luft. Sie beschreibt die aerodynamische Gleitleistung.
Groundhandling
Bodenhandling mit dem Gleitschirm. Es trainiert Schirmkontrolle, Aufziehtechnik, Blickführung und Reaktion auf Wind.
Gurtzeug
Sitz- und Aufhängesystem des Piloten. Je nach Bauart mit Protektor, Rettungsgerätefach, Beschleuniger und weiteren Komponenten.
Gurtzeug
G wie Gurtzeug: Der „Sitz“ des Gleitschirmpiloten. Das Gurtzeug ist nicht nur superbequem, sondern beherbergt auch den lebenswichtigen Rettungsschirm sowie Protektoren, die den Rücken bei einer harten Landung schützen. In unseren Kursen stellen wir dir modernstes Equipment zur Verfügung.
Hangaufwind
An einem Hang nach oben abgelenkte Luftströmung.
Hangsoaring
Fliegen im dynamischen Hangaufwind. Geländeabstand, Verkehrsregeln, Windstärke und Windentwicklung sind entscheidend.
Höhenflugkurs
H wie Höhenflugkurs: Der entscheidende zweite Schritt (Step 2) deiner Ausbildung nach dem Grundkurs. Hier verlässt du den Übungshang und hebst erstmals von den großen Bergen der Kitzbüheler Alpen ab. Das Ziel: So viele betreute Höhenflüge wie möglich zu sammeln und Routine zu gewinnen.
Instrumente (Vario)
I wie Instrumente (Vario): Das Variometer (kurz Vario) ist das wichtigste elektronische Instrument des Piloten. Es misst Höhenänderungen und zeigt akustisch sowie visuell an, ob du gerade in sinkender oder steigender Luft (Thermik) fliegst.
Inversion
Atmosphärische Schicht, in der die Temperatur mit der Höhe zunimmt. Sie kann Thermikentwicklung und Arbeitshöhe begrenzen.
J – K – L
Jojo-Effekt (In der Thermik)
J wie Jojo-Effekt (In der Thermik): Ein umgangssprachlicher Begriff für das ständige Auf und Ab beim Durchfliegen starker Thermikschläuche. Erfordert ein feines Gefühl am Steuer und eine aktive Schirmführung, um den Gleitschirm stabil zu halten.
Kappe
Flexible Tragfläche des Gleitschirms.
Klapper
K wie Klapper: Von einem „Klapper“ spricht man, wenn die Vorkante des Gleitschirms durch Luftturbulenzen oder Sinken des Innendrucks einklappt. In unseren Manöverkursen und SIV-Trainings lernst du, wie du solche Extremsituationen souverän und instinktiv aussteuerst.
Kurbeln
Umgangssprachlich für das Kreisen in Thermik oder einem anderen Aufwind.
Landeinteilung
L wie Landeinteilung: Das A und O für eine sichere Landung. Die Landeinteilung beschreibt das strukturierte Anfliegen des Landeplatzes in festgelegten Phasen (Gegenanflug, Queranflug, Endanflug), um Höhe und Geschwindigkeit perfekt zu dosieren.
M – N – O
Meteorologie
M wie Meteorologie: Die Wetterkunde ist ein zentraler Bestandteil der Pilotenausbildung. Ein guter Pilot versteht Windsysteme, Luftdruck, Wolkenbilder und thermische Auslöser, um Fliegerwetter sicher einzuschätzen.
Navigation
N wie Navigation: Besonders beim Streckenflug (B-Schein) unerlässlich. Mit Karten, GPS oder speziellen Flug-Apps planst du deine Route, behältst Lufträume im Blick und navigierst sicher von Start- zu Wendepunkt.
Ohrenanlegen
O wie Ohrenanlegen: Eine hocheffektive Abstiegshilfe. Dabei zieht der Pilot die äußeren Leinen des Gleitschirms herunter, verkleinert die Flügelfläche und erhöht das Sinken drastisch, um schnell und kontrolliert Höhe abzubauen.
P – Q – R
Protektor
P wie Protektor: Ein integriertes Dämpfungselement im Gurtzeug (aus Schaumstoff oder als Airbag), das bei einer unglücklichen Landung Stöße abfängt und die Wirbelsäule schützt.
Quergang
Q wie Quergang: Das bewusste Ausrichten des Gleitschirms quer zum Hang oder Wind, um an einer bestimmten Hangkante die Position zu halten oder gezielt Höhe zu gewinnen.
Rettungsschirm (Notfallschirm)
R wie Rettungsschirm (Notfallschirm): Die Lebensversicherung im Gleitschirmsport. Sollte es zu einer unkontrollierbaren Situation in der Luft kommen, wird die Rettung manuell ausgelöst und wirft einen Rettungsschirm aus.
S – T – U
SIV-Training
S wie SIV-Training: Ein spezielles Sicherheitstraining über einem See (z. B. am Gardasee oder in Ölüdeniz), das Fly Tirol anbietet. Hier lernst du unter professioneller Anleitung, wie dein Schirm in Extremsituationen reagiert und wie du ihn vollständig kontrollierst.
Thermik
T wie Thermik: Die unsichtbare Aufwindquelle! Von der Sonne erwärmte Luftpakete steigen in der Atmosphäre auf. Gleitschirmpiloten nutzen diese thermischen Aufwinde, um stundenlang in der Luft zu kreisen und an Höhe zu gewinnen.
V – W – X – Y – Z
Vorkanten-Auslegung
V wie Vorkanten-Auslegung: Das korrekte Auslegen des Gleitschirms auf dem Startplatz, bei dem die Öffnungen der Zellen sauber zum Wind ausgerichtet werden, um einen reibungslosen und sicheren Start zu garantieren.
Windhose / Windsack
W wie Windhose / Windsack: Ein klassischer Indikator am Start- und Landeplatz. Er zeigt dem Piloten auf einen Blick die Windrichtung und Windstärke an – essenziell für die Startentscheidung.
XC-Flying (Cross Country / Streckenflug)
X wie XC-Flying (Cross Country / Streckenflug): Die Königsdisziplin des Gleitschirmfliegens. Dabei fliegen Piloten weit über ihren Heimatstartplatz hinaus, planen komplexe Routen und legen oft Dutzende oder Hunderte von Kilometern zurück.
Yaw (Gierachse)
Y wie Yaw (Gierachse): Die physikalische Bewegung, bei der sich der Gleitschirm um seine Hochachse nach links oder rechts dreht (beeinflusst durch Steuerleinen oder Gewichtverlagerung).
Zugkanten / Leinenschloss:
Verbindungselemente und Leinenkonstruktionen am Gleitschirm, die regelmäßig im Rahmen des Check-Service überprüft werden müssen, um die Lufttüchtigkeit der Ausrüstung zu garantieren.